Uwe Nolte
Uwe Nolte | |
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Geboren | 11. Mai 1969 |
Beruf | Künstler |
URL | noltex.de |
Uwe Nolte (* 1969) ist ein deutscher Musiker, Lyriker, Graphiker und Verleger.
Leben
Uwe Nolte ist ausgebildeter Tierpfleger. 1987 wurde er Bezirksmeister im militärischen Mehrkampf. Seinen dreijährigen Wehrdienst absolvierte er als Fährtenhundeführer bei den Grenztruppen der DDR[wp]. In seiner Jugend gehörte Nolte zur Punk-[wp] und Metalszene[wp] von Halle. Seine Idole waren laut eigener Aussage Friedrich Hölderlin[wp], Jakob Böhme[wp] und Friedrich Nietzsche[wp]. Er war mit der russischen Künstlerin Kristina Nolte[wp] verheiratet. Er lebte von 2009 bis 2013 in Schirjajewo (Ширяево), einem Dorf an der Wolga[wp] in der Nähe der russischen Stadt Samara[wp], wo er das Haus des Malers Ilja Repin[wp] bewohnte. Nolte hielt sich von 2013 bis 2015 in Tirol auf, wo er den Gedichtband "Wilder Kaiser" fertigstellte und im Raum Schwaz[wp] sein Konzert-Programm "Tyrolis Aeterna" aufführte. Im Oktober 2017 folgte er einer Einladung der Sibirischen Föderalen Universität Krasnojarsk[wp] und gab mehrere Lesungen und Konzerte in Sibirien. Im Oktober 2018 und 2019 tourte im Rahmen seines Konzert-Programms "Мы братья" (deutsch: "Wir sind Brüder") durch mehrere russische Städte, unter anderem Archangelsk, Sankt Petersburg, Samara, Kazan und Voronesch.
Uwe Nolte pflegt beziehungsweise pflegte Freund- und Bekanntschaft mit dem Dichter und Verleger Uwe Lammla[wp], dem Musiker Michael Moynihan[wp], dem Schriftsteller Baal Müller[wp], Ian Read, dem Sänger der britischen Folk-Band Fire + Ice[wp], sowie mit Andreas Ritter, Mitglied der deutschen Folk-Band Forseti[wp]. Enger Freund und Mentor Noltes ist der Dichter Rolf Schilling[wp], der den Prolog zu Noltes erstem Gedichtband schrieb:
Zitat: | «Das Wort "Barde", heute oftmals leichtfertig oder abschätzig gebraucht, bezeichnet ursprünglich den Dichter als Sänger. Für Uwe Nolte wäre es zutreffend und ein Ehrentitel. Er hat den Ton, der ergreift und zu Herzen geht, und auch, was wir Artisten lieben: Linie, Haltung, Stil.» |
Aus der Freundschaft mit Schilling resultieren (zumeist in Questenberg[wp]) gemeinsam veranstaltete Lesungen, ein Orplid-Konzert in der Krypta des Leipziger Völkerschlachtdenkmals[wp] zu Pfingsten 2006 sowie das von Nolte 2008 produzierte Hörbuch "Gesang überm Quell" mit Texten von Rolf Schilling. Zudem wurden auf dem Orplid-Album "Greifenherz" die Gedichte "Gesang an den Horusfalken" und "Lucifer" vertont.
Interviews
Zitat: | «Es sind Grenzerfahrungen in mehrfacher Hinsicht, die Uwe Nolte zu einem Künstler gemacht haben, der einen Hang zur Schwermütigkeit hat. Er stand stets in Opposition. Schon als Schüler in der DDR wurde er als Agent des Klassenfeindes gesehen, weil er Fotos von Elvis verkauft hatte. Als Grenzsoldat hat er Spürhunde bewusst auf die falsche Fährte gesetzt, er kam in den Knast und wurde unehrenhaft entlassen. In den Baseballschläger-Jahren wurde er von "Faschos" so zusammengeschlagen, dass er ein Nahtoderlebnis[wp] hatte. Dennoch wird er als "Rechter" angeschwärzt. Kein Wunder, dass seine Songs düster und raubeinig daherkommen. Seine gute Laune ist unter den Umständen eine echte Überraschung.» - KontraFunk[1] |
Zitat: | «Haben Sie jemals davon gehört? Mögen Sie das? Oder mögen Sie es nicht? Wie auch immer die Antwort ausfällt, sie verrät etwas über unser Verhältnis zur Geschichte - und zu Deutschland. Uwe Nolte, der eine Vergangenheit als brüllender Metal-Musiker hat, überrascht uns mit dem Bekenntnis, dass er durch die empfindsame Lyrik von Eichendorff und Schiller zum Neofolk[wp] gefunden hat und wie ihn die Wiederbelebung einer düsteren, romantischen Tradition nach Russland führte, wo er eine besonders heftige Liebe überstehen musste. Er erzählt von der beängstigenden Verfolgung, die er in Deutschland erlebt hat, und von der großen Verehrung im Ausland - sowie von den immer noch lebendigen Erinnerungen an den letzten Krieg und von der Angst vor einem neuen.» - KontraFunk[2] |
Werk
Musik
Uwe Nolte wurde hauptsächlich durch sein Musikprojekt Orplid[wp], dessen Stil eine Mischung aus den Genres Neofolk[wp] und Neoklassik[wp] darstellt, bekannt, das er der "Wahrung sowie Neubelebung der deutschen Dichtung" widmete. Das thematische Spektrum der Lieder reicht vom germanischen Heidentum über die griechische Mythologie und christliche Symbolik des frühen Mittelalters bis zur Naturromantik. Neben von Uwe Nolte selber verfassten Versen werden auch die Texte anderer deutscher Dichter wie Friedrich Schiller[wp], Annette von Droste-Hülshoff[wp], Joseph von Eichendorff[wp], Gottfried Benn[wp], Oda Schaefer[wp], Frank Wedekind[wp] und dem zeitgenössischen Dichter Rolf Schilling vertont. In Halle trat er auch als Interpret von Liedern Bertolt Brechts[wp] auf.
Weitere Bands waren und sind Rückgrat, Sonnentau sowie seine Live-Band Barditus, mit der er vor allem in Osteuropa auftritt. Noltes musikalisches Spektrum reicht vom Black Metal[wp], Industrial[wp] bis zum Neofolk[wp].
2020, nach Abschluss der Arbeit an dem Album Deus vult sowie Veröffentlichung einer 12-teiligen Vinyl-Gesamtausgabe Legatum, gaben Orplid ihre Auflösung sowie das Vorhaben bekannt, eine neue Band namens U.V.D. zu gründen. Nolte ist außerdem mit seinem Projekt Barditus weiterhin musikalisch aktiv.
Graphik
Sein graphisches Werk, das er auf einigen Ausstellungen präsentierte, ist von der Malerei des europäischen Symbolismus, unter anderen von Franz von Stuck[wp], Jean Delville[wp] und Gustave Moreau[wp] geprägt. Er malt großformatige Bilder mit schönen Frauen, Schwertern und dunklen Wäldern.[3] Verwendet wurden Noltes Graphiken etwa zur Cover-Gestaltung von Büchern und Musikveröffentlichungen, unter anderem von den Bands Fire + Ice[wp], Forseti[wp] und Leger des Heils[wp].
Lyrik
- A) Nolte verfolgt den Anspruch einer formstrengen Lyrik, die in der Tradition der deutschen Romantik, insbesondere Eichendorffs und Lenaus, steht.
- B) Nolte beschreibt seine Lyrik selbst als "formstreng", sie sei an traditionellen Vorbildern der deutschen Romantik ausgerichtet, insbesondere an Eichendorff[wp] und Lenau[wp].
[4] 2012 erschien sein erster Gedichtband Du warst Orplid, mein Land! mit eigenen Illustrationen. 2014 erschien bei Arnshaugk der Gedichtband Wilder Kaiser und 2015 eine erweiterte Neuauflage von Du warst Orplid, mein Land! 2016 veröffentlichte derselbe Verlag den Gedichtband Falke Heime und 2017 Schirjajewo.
Einzelnachweise
- ↑ Uwe Nolte - Grenzerfahrungen, KontraFunk - Unter Freunden am 16. Mai 2024, 20:05 Uhr (Bernhard Lassahn im Gespräch mit Uwe Nolte)
- ↑ Uwe Nolte - Was ist Neofolk?, KontraFunk - Unter Freunden am 5. September 2024, 20:05 Uhr (Bernhard Lassahn im Gespräch mit Uwe Nolte)
- ↑ Steffen Könau: Sitte-Galerie Absage für Nolte wird zur Debatte über Kunstfreiheit, Mitteldeutsche Zeitung Online am 7. Februar 2013
- ↑ Über den Autor bei Amazon
Netzverweise
- Wikipedia führt einen Artikel über Uwe Nolte
- Webpräsenz: noltex.de
- YouTube-Kanal: @TheNoltex